Giro dell’Emilia

Ein Halbklassiker im Norden Italiens

 

Der Giro dell’Emilia ist ein traditionsreiches Eintagesrennen für Strassenradprofis. 1909 wurde das Rennen erstmals ausgetragen. Es findet seit dem jährlich, jeweils Anfang Oktober statt und dient vielen Rennfahrern als Vorbereitung auf den letzten grossen Höhepunkt der Strassenrennsaison: der Lombardei-Rundfahrt, einem der fünf Monumente des Radsports.

Der Giro dell’Emilia gilt als Halbklassiker. Das Rennen wird von der UCI im Rennkalender der Europa Tour aufgeführt und dort in die Kategorie 1.HC eingestuft. Es gehört damit allerdings nicht zur ProTour.

Veranstaltet und organisiert wird das Rennen von der Gruppo Sportivo Emilia. Die Corriere della Sport, die zweitgrösste italienische Sportzeitung, begleitet das Rennen sehr eng.

Die Rennlänge beträgt etwas weniger als 200 Kilometer. Es wird in der Region Emilia-Romagna, einem Gebiet in Norditalien, auf einem Rundkurs gefahren. Der genaue Streckenverlauf wechselt von Jahr zu Jahr. Gestartet wurde schon in der Innenstadt von Bologna aber auch in anderen Orten der Region. Das Ziel liegt fast immer in San Luca di Bologna.

Die Streckengestaltung ist sehr anspruchsvoll. So sind etwa zur Mitte des Rennens recht heftige Anstiege zu bezwingen. Bei Höhenunterschieden von etwa 500 Metern sind Durchschnittssteigungen von rund 10 Prozent zu befahren. Der Schlussabschnitt zeichnet sich durch vier etwa 10 Kilometer langen Runden aus, bei denen jeweils ein giftiger Anstieg zu bewältigen ist. Die Zielgerade ist lang und stark ansteigend.

Durch das Streckenprofil und die Gestaltung des Zielbereichs haben reine Sprinter bei dem Giro dell’Emilia keine Chance. Es gewinnen fast immer Klassikerspezialisten oder sogar Bergfahrer.

In der Siegerliste finden sich die grössten Namen des Radsports wie Fausto Coppi, Gino Bartali, Eddy Merckx und Gianni Bugno. Der einzige deutsche Gewinner heisst Jan Ullrich (2001).

Das Rennen wird jährlich von zehntausenden Zuschauern besucht, die an den Strassenrändern Volksfeststimmung verbreiten.


2013: Heimsieg durch Diego Ulissi

Am letzten Ansteig kann sich der Italiener Diego Ulissi (Team Lampre-Merida) absetzen. Er rettet eine Sekunde Vorsprung ins Ziel. Der Däne Chris Anker Sörensen (Team Saxo-Tinkoff) und der Italiener Davide Villella (Team Cannondale Pro Cycling) folgen auf den Plätzen 2 und 3.

Insgesamt kommen nur 39 Fahrer in die Wertung.

 

12.10.2013 - Ergebnis - Klassement - Giro dell’Emilia 2013
         
Pos Fahrer Team Land Zeit/Abstand
1 Ulissi, Diego LAM ITA 05.00'53''
2 Sörensen, Chris Anker TST DEN 00.00'01''
3 Villella, Davide CAN ITA 00.00'01''

 


2012: Nairo Alexander Quintana mit Angriff 600 Meter vor dem Ziel erfolgreich

Das 193 km lange Rennen wird lange Zeit von einer 20 Fahrer grossen Fluchtgruppe, die teilweise über 7 Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld herausfahren kann, bestimmt.
Auf der 9,5 km langen Schlussrunden in San Luca schwinden die Kräfte der Ausreisser und das Peloton kann aufschliessen. Die Rennentscheidung fällt dann auf dem 2 km langen, bis zu 18 Prozent steilen Schussanstiegs. Die entscheidende Attacke des Kolumbianers Nairo Alexander Quintana (Team Movistar) erfolgt 600 Meter vor der Ziellinie. Er distanziert Fredrik Carl Wilhelm (Team Astana) um 3 sowie Franco Pellizotti (Team Androni Giocattoli-Venezuela) um 4 Sekunden.

Nairo Alexander Quintana gewinnt damit die 95. Auflage des Rennens Giro dell’Emilia und wird Nachfolger seines Landsmanns Alberto Betancur Gomez.

 

06.10.2012 - Ergebnis - Klassement - Giro dell’Emilia 2012
         
Pos Fahrer Team Land Zeit/Abstand
1 Quintana, Nairo Alexander MOV COL 04.40'22''
2 Kessiakoff, Fredrik Carl Wilhelm AST SWE 00.00'03''
3 Pellizotti, Franco AND ITA 00.00'04''

 

 

 

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2014
Austragungstermin wird noch bekannt gegeben.


 


2013
Heimsieg durch Diego Ulissi

2012
Nairo Alexander Quintana mit Angriff 600 Meter vor dem Ziel erfolgreich

 

Nairo Alexander Quintana

 


Rennverlauf Giro dell’Emilia 2011:

Die 94. Auflage des Halbklassikers Giro dell’Emilia findet am Samstag 8. Oktober 2011 statt und endet mit dem Erfolg eines Aussenseiters. Der junge Kolumbianer Carlos Alberto Betancur Gomez vom italienischen Professional Continental Team Acqua & Sapone (ASA) erreicht alleine die Ziellinie. Der Niederländer Bauke Mollema belegt vor dem Kolumbianer Rigoberto Uran den zweiten Rang.

 


Rennverlauf Giro dell’Emilia 2010:

Erst 10 Kilometer vor dem Ziel bildet sich die entscheidende Spitzengruppe. Bis zum letzten Schlussanstieg bleiben die 14 Fahrer, unter ihnen viele Favoriten wie Vincenzo Nibali (Team, LIQ), Alexandr Kolobnev (Team KAT) und Riccardo Ricco (Team VAC), zusammen. Dem starken Antritt von Robert Gesink (Team RAB) kann nur Daniel Martin (Team GRM) folgen. Beim Zielspurt ist der niederländische Vorjahressieger der stärkere.