Giro d'Italia

Der Rennverlauf 2011 Etappe 13 - 15

 

Fr. | 20.05. 13. Etappe: Spilimberge - Großglockner (167 km)

Vor der schweren Bergetappe mit insgesamt 3514 Höhenmetern streichen sehr viele Sprinter die Segel. So verlassen u.a. Mark Cavendish, Alessandro Petacchi und Danilo Hondo den Giro d'Italia 2011, bei dem keine weitere Flachetappe mehr auf dem Programm steht.

Schon kurz nach dem Ziel bildet sich eine recht grosse Spitzengruppe. 16 Fahrer geben das eher gemächliche Tempo vor. Sie können den einen oder anderen Bergpunkt sammeln, aber keinen grossen Vorsprung auf das Hauptfeld herausfahren.

Vor dem Zielanstieg zum 2.137 Meter hoch gelegenen Grossglocknerhaus sind die Kräfte der Ausreisser schon fast aufgebraucht. Einer nach dem anderen wird von der Gruppe der Favoriten - auf dem durchschnittlich 6,3 Prozent steilen Anstieg - aufgefahren.

8,4 km vor dem Ziel greift Alberto Contador (Team Saxobank-Sungard) an. Wie schon am Ätna kann nur Jose Rujano (Team Androni Giocattoli) dem Spanier folgen.

Die anderen Favoriten auf den Gesamtsieg, wie Michele Scarponi und Vincenzo Nibali, können nicht folgen. Sie nehmen eher Tempo raus. Uns scheint, dass sie nicht resignierten, sondern eher gegen diese Art der Dominanz demonstrieren.

Vor dem Zielstrich lässt Alberto Contador den Venezolaner vorbeifahren. Jose Rujano bekommt den Etappensieg geschenkt und Alberto Contador führt nun schon mit über 3 Minuten Vorsprung in der Gesamtwertung.

 

Sa. | 21.05. 14. Etappe: Lienz - Monte Zoncolan (170 km)

Zum Start in Lienz treten noch 176 Fahrer an. Die Überfahrt des Monte Crostis wird aus Sicherheits- und Logistikgründen kurzfristig abgesagt. Auch eine Ausweichstrecke kann - wie sich erst während des Rennens herausstellt - nicht befahren werden, wodurch sich die ursprünglich geplante Renndistanz vom 210 km auf 170 km reduziert.

Eine Gruppe mit drei Fahrern setzt sich schon bald vom Hauptfeld ab und kann einen Vorsprung von maximal 11 Minuten herausfahren. Das Renntempo bis zum eigentlichen Höhepunkt der Etappe, dem Anstieg zum 1730 m hohen Monte Zoncolan, ist recht niedrig.

In den 10,1 km langen Anstieg - mit 11,9 Prozent durchschnittlicher Steigung - nehmen die Ausreisser noch rund 5 Minuten Vorsprung mit. Dieser schrumpft aber gegenüber der kleinen Hauptgruppe mit den Favoriten ganz schnell.

Der erste Angriff von Joaquin Rodriquez (Team Katusha) wird von Igor Anton (Team Euskaltel-Euskadi) gekontert. Alberto Contador (Team Saxobank-Sungard) schliesst zu Igor Anton auf, kann oder will aber dessen Hinterrad bald nicht mehr halten.

Vincenzo Nibali (Team Liquigas-Cannondale) fährt "sein" gleichmässiges Tempo und kann bald zu Alberto Contador aufschliessen. Michele Scarponi (Team Lampre-ISD)versucht mehrfach mit Contador und Nibali mitzuhalten. Er muss aber immer wieder abreissen lassen.

Igor Anton zeigt auch auf dem zum Teil 22 Prozent steilen Streckenabschnitten keine Schwäche. Er gewinnt die Etappe mit 33 Sekunden Vorsprung vor Alberto Contador. Dieser distanziert Vincenzo Nibali noch auf den letzten Metern um 7 Sekunden.

In der Gesamtwertung verbessert sich Igor Anton auf Platz 3. Er liegt nur noch eine Sekunde hinter Vincenzo Nibali.

 

So. | 22.05. 15. Etappe: Conegliano - Gardeccia (229.0 km)

Bei der Königsetappe der Rundfahrt sind fünf schwere Anstiege zu bewältigen. Dabei müssen insgesamt 5823 Höhenmeter in Angriff genommen werden. Die gesamte Fahrzeit wird am Ende fast 7 Stunden 30 Minuten betragen.

Das gnadenlose Ausscheidungsrennen findet bei wechselnden Wetterverhältnissen statt. Schon beim ersten Anstieg kann sich eine grosse Gruppe mit 18 Fahrern vom Hauptfeld absetzen. Ihr Vorsprung steigt stetig und beträgt vor dem dritten Berg des Tages - Passo Giau - über 10 Minuten.

Aus der Fluchtgruppe heraus greift Stefano Garzelli (Team Acqua & Sapone) an. Er erreicht die Bergwertung und damit den höchsten Punkt des Giro d'Italia 2011 (Cima Coppi - 2236 Meter hoch) mit einem Vorsprung von 1 Minute 45 Sekunden auf Mikel Nieve (Team Euskaltel-Euskadi). Die anderen Ausreisser können das hohe Tempo nicht mitgehen und werden nach und nach von den Verfolgern eingeholt.

Während Stefano Garzelli noch einen eine kleinen Vorsprung vor Mikel Nieve über den vierten Anstieg des Tages rettet und sich somit zumindest die Führung in der Bergwertung sichert, zerreisst das Hauptfeld völlig.

Eine Gruppe mit 12 Favoriten - praktisch alle ohne Helfer - liefern sich hinter den beiden Spitzenreitern einen harten Ausscheidungswettkampf. Nach der letzten Abfahrt fährt die Gruppe nach einmal zusammen. Am Schlussanstieg tritt Alberto Contador (Team Saxobank-Sungard) an und kein Konkurrent kann wirklich folgen.

Während an der Spitze Mikel Nieve den Italiener Stefano Garezelli überholt und einen ordentlichen Vorsprung ins Ziel retten kann, werden die Abstände zwischen den einzelnen Spitzenfahrern immer grösser.

Stefano Garzelli schafft es mit Mühe noch den zweiten Platz zu retten. Alberto Contador fährt danach recht locker über die Ziellinie. Michele Scarponi (Team Lampre-ISD) verliert gegenüber dem Spanier noch die wenigste Zeit und schiebt sich damit auf den zweiten Platz der Gesamtwertung. Vincenzo Nibali (Team Liquigas-Cannondale) kämpft verbissen, er verliert aber genauso wie Roman Kreuziger (Team Astana) deutlich an Zeit.

Mo. | 23.05. Zweiter Ruhetag

Nach den drei schweren Bergetappen stand Regeneration auf dem Programm. Am Dienstag werden 166 Fahrer das Rennen fortsetzen.

 

 

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Der 94. Giro d'Italia 2011:

Rennverlauf:

Etappe 1-3
Etappe 4-6
Etappe 7-9
Etappe 10-12
Etappe 13-15
Etappe 16-18
Etappe 19-21
Gedenketappe für Wouter Weylandt

Etappenübersicht - Platz 1-3

Endergebnis

Besondere Leistung: Sebastian Lang


Achtung: Ergebniskorrektur durch die Sperre von Alberto Contador.


 

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