Flandern-Rundfahrt

Der Radsporthöhepunkt in Belgien - Ein Monument des Radsports

 

Die Flandern-Rundfahrt (Ronde van Vlaanderen oder kurz nur Ronde genannt) ist eines der bedeutendsten Eintagesrennen für Strassenradprofis. Der Wettbewerb wird seit 1913 jährlich im Frühjahr veranstaltet. Während das Rennen bis 2004 zum Weltcup zählte, später dann teilweise zur ProTour, gehört es ab 2011 zur UCI WordTour Rennserie.

Bedingt durch seine Tradition, seine Streckengestaltung und -länge, die Stimmung am Rande des Rennens, der meist schwierigen Wetterbedingungen, sowie der Position im Rennkalender (Anfang April) gehört die Flandern-Rundfahrt zu den bedeutendsten Radsportereignissen schlechthin. Zusammen mit den anderen Frühjahresklassikern  Mailand-Sanremo, Paris-Roubaix und Lüttich-Bastogne-Lüttich, sowie dem Herbstklassiker Lombardei-Rundfahrt wird es zu den fünf Monumenten des Radsports gezählt. Ein Sieg bei diesem Rennen ist also für den einzelnen Fahrer besonders sportlich extrem wertvoll.

Veranstaltet und organisiert wird "Flanderns Schönste" (Vlaanderens Mooiste), wie die Flandern-Rundfahrt häufig auch genannt wird, heute vom "Centrum Runde von Flandern" aus Oudenaarde. Ursprünglich war sie von der Zeitschrift "Sportwereld" initiiert worden.

Der konkrete Streckenverlauf hat sich über die Jahre (bis 2011!) nur wenig verändert. Gestartet wird in den letzten Jahren jeweils auf dem Grote Markt in Brügge und das Ziel liegt, nach einer Fahrtstrecke von rund 270 km, auf dem Halsesteenweg in Meerbeke.

Die erste Hälfte der Strecke ist flach und der Strassenbelag ist in den letzten Jahren immer besser geworden. Danach beginnt der besonders harte Teil des Rennens durch die „flämischen Ardennen“.

Es reiht sich Hügel an Hügel (diese werden auch Hellingen genannt). Dabei sind kurze (meist weniger als 2 km lange) giftige Anstiege zu bewältigen. Die Höhenunterschiede liegen zwar zwischen 50 und 100 Metern, die Steigung beträgt aber teilweise über 20 Prozent und es wird über uraltes Kopfsteinpflaster (flämisch: Kasseien) gefahren.

In den letzten Jahren waren bei den einzelnen Austragungen der Flandern-Rundfahrt zwischen 16 und 18 Hellingen ins Rennprofil eingebaut. Bekannt sind etwa der Koppenberg, die Mauer von Geraardsbergen und der Bosberg. Letzterer liegt traditionell nur rund 10 km vor dem Ziel.

Der Anstieg zum Koppenberg ist rund 600 Meter lang, an einigen Stellen nur 3 Meter breit mit einer Steigung von maximal 22 Prozent. Teilweise müssen hier Fahrer, die sich weiter hinten im Feld oder einer Gruppe befinden, wegen Platzmangels absteigen. Das wieder Losfahren ist bei der Steigung und möglicherweise einem regennassen Strassenbelag kaum möglich und so bleibt nur das Rad zu schieben.

Am bekanntesten ist die Mauer von Geraardsbergen (Muur van Geraardsbergen). Diese ist zwar nur 475 Meter lang ist, dafür aber sehr steil und sie wird erst am Ende des Rennen (kurz vor dem Bosberg) befahren.

Flache Kopfsteinpflasterstrecken, wie bei Paris-Roubaix, sind bei der Flandern-Rundfahrt eher selten. Es sind eigentlich nur Paddestraat und Mater, mit jeweils einer Länge von 2 km zu nennen.

Ab 2012 wurde der Streckenverlauf erheblich verändert. Vor dem neuen Ziel in Oudenaarde ist eine Art Rundkurs zu bewältigen, auf dem Oude Kwaremont und Paterberg (zuletzt 13 km vor dem Ziel) je dreimal zu befahren sind. Die Mauer von Geraardsbergen, das eigentliche Symbol der Flandern-Rundfahrt, steht nicht mehr auf dem Programm.

Wie auch ein Blick auf die Siegerliste zeigt, ist bei diesem Rennen für reine Sprinter kaum etwas zu gewinnen. Erfolge erzielen Allrounder, kräftige Kämpfernaturen mit grossem fahr-technischem Können, die man im Radsport auch mit Hinblick auf dieses Rennen "Flandrien" nennt.

Sieger der Flandern-Rundfahrt sind u.a. Fiorenzo Magni, Eddy Merckx, Roger de Vlaeminck, Jacky Durand, Michele Bartoli, Peter van Petegem und Tom Boonen.

Auch zwei Deutsche konnten die "Ronde" schon gewinnen:  Rudi Altig (1964) und - damals noch mit deutschem Pass - Steffen Wesemann (2004).

2013 fand die Flandern-Rundfahrt am Sonntag, den 30.März statt. Zum Rennbericht

Zum Rennverlauf 2012

Zum Rennverlauf 2011

 

 

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Rennverlauf Flandern-Rundfahrt 2013

Die Entscheidung fällt am letzten Anstieg des Rennens. Am Paterberg löst sich der Schweizer Fabian Cancellara von seinen stärksten Konkurrenten. Peter Sagan und Jürgen Roelandts müssen abreissen lassen und haben auf dem folgenden Flachstück keine Chance gegen den vierfachen Einzelzeitfahrweltmeister.

 


Rennverlauf Flandern-Rundfahrt 2012:

Drei Spitzenreiter kommen gemeinsam auf die Zielgerade. Sie taktieren lange und Ex-Weltmeister Alessandro Ballan greift mehrfach an. Tom Boonen fährt jede Attacke mit und gewinnt schliesslich im Sprint das Rennen. Den zweiten Rang belegt Filippo Pozzato, der wohl gehofft hatte, Tom Bonnen auf den letzten Metern schlagen zu können.

 


Rennverlauf Flandern Rundfahrt 2011:


Am letzten Anstieg des Tages, dem rund 8 km vor dem Ziel liegenden Bosberg, greift Fabian Cancellara noch einmal an. Nur Sylvain Chavanel und Nick Nuyens, bis dahin völlig unauffällig und kraftsparend fahrend, können folgen. Neun andere Fahrer der Spitzengruppe müssen abreissen lassen. Nick Nuyens ist auf der Zielgerade der Schnellste. Er gewinnt das Rennen vor Sylvain Chavanel und Fabian Cancellara.


 

Fabian Cancellara

Fabian Cancellara konnte 2010 die Flandern-Rundfahrt gewinnen.

 

Die Monumente des Radsports

Mailand-San Remo
Flandern-Rundfahrt
Paris-Roubaix
Lüttich-Bastogne-Lüttich
Lombardei-Rundfahrt


Folgende Rennen zählen wir noch zu den Klassikern

Gent-Wevelgem
Amstel Gold Race
Wallonischer Pfeil
Clasica San Sebastian
Paris -Tours