Fabian Cancellara gewinnt den Klassiker Paris-Roubaix 2013

 

Das Rennen endet spannend. In einem fast schon klassischen Bahnsprint schlägt der ganz grosse Favorit Fabian Cancellara (Team RadioShack-Leopard) aus der Schweiz den Belgier Sep Vanmarcke (Team Blanco) um eine Radlänge. Beide hatten sich am viertletzten Pave (Carrefour de l’Arbre) endgültig von ihren verbliebenen Begleitern abgesetzt. Auf der letzten Runde in Velodrom wählte Fabian Cancellara die bessere Taktik. Er konnte aus Position 2 heraus angreifen und das entstandene "Sprinterloch" optimal nutzen.

Die Streckenlänge, der 111. Austragung der Radsportmonuments Paris-Roubaix, betrug 254.5 km. Gestartet wurde in Compiegne (rund 80 km nördlich von Paris) und das Ziel lag im Velodrom von Roubaix. Neben den teilnahmeberechtigten 19 ProTeams hat der Veranstalter (A.S.O.) noch 6 Professional Continental Teams mit einer Wildcard eingeladen.

Die ersten 98,5 Rennkilometer des Klassikers sind flach und fanden auf einem guten Strassenbelag statt. Danach sind insgesamt 27 Streckenteile - über eine Gesamtlänge von 52,6 km - mit einem Kopfsteinpflasterbelag (Paves) zu bewältigen. Diese einzelnen Sektionen werden vom Veranstalter je nach Schwierigkeit mit 1 bis 5 Sternen ausgewiesen. Für die Kategorisierung spielt die Länge des Sektors, die Beschaffenheit der Pflastersteine und die äusseren Umstände - wie Breite, Wölbung oder wahrscheinliche Feuchtigkeit der Strasse - eine grosse Rolle. Die Wetterverhältnisse waren optimal.

Die schwierigsten Streckenteile (5 Sterne) sind traditionell Trouee d'Arenberg (Wald von Arenberg), Mons-en-Pevele und Carrefour de l’Arbre.

Bis rund 45 km vor dem Ziel fuhren immer wieder einzelne Gruppe vor dem Fahrerfeld. Sie konnten sich aber keinen grossen Zeitabstand herausfahren. Durch das hohe Renntempo wurde das Peloton - insbesondere im Mons-en-Pevele - deutlich reduziert. Nach verschiedenen Attacken fuhren schliesslich Fabian Cancellara, Sep Vanmarcke, Stijn Vandenbergh und Zdenek Stybar (beide Team Omega Pharma - Quick Step) mit einem deutlichem Vorsprung in das schwere Pave Carrefour de l’Arbre. Stijn Vandenbergh steuerte dabei sein Rad auf einem Randstreifen neben dem eigentlichen Kopfsteinpflaster. In diesem Zusammenhang kollidierte er mit einem Zuschauer und stürzte. Ähnlich erging es wenige Meter später seinem Teamkollegen Zdenek Stybar. Dieser konnte zwar den Sturz vermeiden, verlor aber den Anschluss zu Cancellara und Vanmarcke.

 

 

Angesichts der überragenden Bedeutung dieses Rennens war allerdings die Teilnehmerliste doch etwas enttäuschend. Der Titelverteidiger Tom Boonen fehlt verletzungsbedingt. Der Weltmeister Philippe Gilbert zog es vor, seine Form bei der Baskenland Rundfahrt zu verbessern. Peter Sagan wollte sich für das Amstel Gold Race und Lüttich-Bastogn-Lüttich schonen und Lokalmatador Thomas Voeckler rechnete sich angesichts des flachen Kurses wohl keine Siegchancen aus. Die starken Rundfahrer wie Alberto Contador, Bradley Wiggins, Cadel Evans oder Vincenzo Nibali kniffen genauso wie die starken Sprinter der Klasse eines Mark Cavendish (Andre Greipel war hier eine löbliche Ausnahmen).

Ein Sieg bei Paris-Roubaix zählt vom sportlichen Wert eigentlich wesentlich mehr als ein Erfolg bei einer Tour de France Etappe oder vielleicht sogar einem Weltmeisterschaftsrennen. Fehlt einfach einigen Stars der Mut die Herausforderung Paris-Roubaix anzunehmen?

Die deutschen Teilnehmer waren: Danilo Hondo (Team RLT), Steffen Radochla, Andre Schulze (beide EUS), Robert Wagner (BLA), Andreas Klier (GRS), Andre Greipel, Marcel Sieberg (LTB), John Degenkolb (ARG), Marcus Burghardt (BMC), Rüdiger Selig (KAT), Dominik Klemme (IAM), Björn Thurau (EUC), Markus Eichler, Roger Kluge und Andreas Schillinger (alle drei TNE).

 

Ergebnis - Klassement -  Paris-Roubaix 2013 - 7. April
         
Pos Fahrer Team Land Zeit/Abstand
1 Cancellara, Fabian SUI RTL 05.45'33''
2 Vanmarcke, Sep BLA BEL 00.00'00''
3 Terpstra, Niki OPQ NED 00.00'31''
4 Van Avermaet, Greg BMC BEL 00.00'31''
5 Gaudin, Damien EUC FRA 00.00'31''

 

 

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Kopfsteinpflasterstrecken (Paves) bei Paris-Roubaix 2013:

ab km Streckenabschnitt km lang
     
98,5 Troisvilles a Inchy 2,2
105,0 Viesly a Quievy 1,8
107,5 Quievy a Saint-Python 3,7
112,5 Saint-Python 1,5
120 Vertain a Saint-Martin-sur-Ecaillon 2,3
130 Verchain-Maugre a Querenaing 1,6
133 Querenaing a Maing 2,5
136,5 Maing a Monchaux-sur-Ecaillon 1,6
149,5 Haveluy a Wallers 2,5
158 Trouee d'Arenberg 2,4
164 Wallers a Helesmes 1,6
170,5 Hornaing a Wandignies-Hamage 3,7
178 Warlaing a Brillon 2,4
181,5 Tilloy a Sars-et-Rosieres 2,4
188 Beuvry-la-Foret a Orchies 1,4
193 Orchies 1,7
199 Auchy-lez-Orchies a Bersee 2,6
205 Mons-en-Pevele 3,0
211 Merignies a Avelin 0,7
214,5 Pont-Thibaut a Ennevelin 1,4
220,5 Templeuve (Moulin-de-Vertain) 0,5
227 Cysoing a Bourghelles 1,3
229,5 Bourghelles a Wannehain 1,1
234 Camphin-en-Pevele 1,8
236,5 Carrefour de l’Arbre 2,1
239 Gruson 1,1
246 Willems a Hem 1,4
253 Roubaix 0,3

 


Teams bei Paris-Roubaix 2013:

ProTeams
AG2R La Mondiale (ALM)
Astana Pro Team (AST)
Blanco Pro Cycling (BLA)
BMC Racing Team (BMC)
Cannondale Pro Cycling (CAN)
Euskaltel-Euskadi (EUS)
FDJ (FDJ)
Garmin Sharp (GRS)
Katusha (KAT)
Lampre - Merida (LAM)
Lotto Belisol (LTB)
Movistar Team (MOV)
Omega Pharma - Quick Step Cycling (OPQ)
Orica GreenEdge (OGE)
RadioShack Leopard (RLT)
Sky Procycling (SKY)
Team Argos Shimano (ARG)
Team Saxo-Tinkoff (TST)
Vacansoleil-DCM (VCD)

Wildcard Teams:

Bretagne - Seche Environnement (BSE)
Cofidis, Solutions Credits (COF)
IAM Cycling (IAM)
Sojasun (SOJ)
Team Europcar (EUC)
Team Netapp – Endura (TNE)

 

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