Paris-Roubaix

Ein Radsporthöhepunkt im Frühjahr - Ein Monument des Radsports

 

Paris-Roubaix, auch als "Königin der Klassiker" (La Reine des Classiques) oder häufiger als "Hölle des Nordens" (L'Enfer du Nord) bezeichnet, ist eines der bedeutendsten Eintagesrennen für Strassenradprofis. Der Wettbewerb wird seit 1896 jährlich im Frühjahr veranstaltet. Während das Rennen bis 2004 zum Weltcup zählte, später dann teilweise zur ProTour, gehört es ab 2011 zur neuen UCI WordTour Rennserie.

Das Rennen wird heute von der A.S.O (Amaury Sport Organisation), also dem Veranstalter der Tour de France, organisiert. Ursprünglich war es von der Zeitschrift "Le Velo" initiiert worden.

Bedingt durch seine Tradition, seine Streckengestaltung und -länge, die Stimmung am Rande des Rennens, der meist schwierigen Wetterbedingungen, sowie der Position im Rennkalender (Mitte April) gehört Paris-Roubaix zu den bedeutendsten Radsportereignissen schlechthin. Zusammen mit den anderen Frühjahresklassikern  Mailand-Sanremo, Flandern-Rundfahrt und Lüttich-Bastogne-Lüttich, sowie dem Herbstklassiker Lombardei-Rundfahrt wird es zu den fünf Monumenten des Radsports gezählt. Ein Sieg bei diesem Rennen ist also für den einzelnen Fahrer besonders sportlich und extrem wertvoll.

Der konkrete Streckenverlauf hat sich über die Jahre nur wenig verändert. Gestartet wird aber seit 1977 vor dem Schloss in Compiegne, einer Stadt die rund 80 km nördlich von Paris liegt.

Das meist rund 250-280 km lange Rennen ist vom Profil her durchweg flach. Die eigentlichen Schwierigkeiten beginnen auf den letzten 150 km. Dort sind mehrere Streckenabschnitte mit engen Strassen und altem Kopfsteinpflasterbelag zu bewältigen.

Die einzelnen Kopfsteinpflasterabschnitte werden auch als Sektoren oder Paveabschnitte (Paves) bezeichnet. Sie sind zwischen 700 m und 3700 m lang und je nach Streckengestaltung werden 23 bis 28 solcher Paves in das Rennprofil eingebaut. Die Sektoren werden in fünf Schwierigkeitskategorien eingestuft. In der höchsten Kategorie fünf finden sich die besonders langen, am Rennende liegenden Teilabschnitte mit sehr schlechtem Strassenbelag. Insgesamt ist damit eine zwischen 45 und 55 km lange Kopfsteinpflasterstrecke zu befahren.

Eine besondere Rolle spielt bei Paris-Roubaix das Wetter. Bei Regen wird die Stecke glatt und gefährlich, und bei grosser Trockenheit behindert der Staub die Fahrer massiv. Teilweise spielt auch Kälte, Hagel und Schnee eine Rolle.

Ein besonderes "Markenzeichen" bei der "Hölle des Nordens" sind die vielen, oft rennentscheidenden technischen Defekte und Stürze. Zwar sind schon viele Favoriten dadurch um den Sieg gebracht worden, einen reinen Zufallssieger kann es bei diesem schweren Rennen jedoch nicht geben. Die Rennbedingungen stellen auch eine Herausforderung an die Rennradtechnik dar. Schon oft wurden Neuentwicklungen gerade bei dieser Veranstaltung einem richtigen Praxistest unterzogen.

Wie auch die bisherigen Siegerlisten zeigen, ist für reine Sprinter bei Paris-Roubaix fast nichts zu holen. Erfolge erzielten Klassiker- und Rundfahrtspezialisten wie etwa Octave Lapize, Fausto Coppi, Eddy Merckx, Roger De Vlaeminck, Francesco Moser, Bernard Hinault und Fabian Cancellara. Seit 1977 erhält der Sieger, neben dem beim Profiradsport üblichen Scheck, auch einen (an eine Platte montierten) Pflasterstein.

Auch ein deutscher Fahrer konnte sich schon in die Siegerliste eintragen. Er war zugleich der erste Sieger von Paris-Roubaix: Josef Fischer im Jahr 1896.

Zum Rennverlauf 2013

Zum Rennverlauf 2012

Zum Rennverlauf 2011

 

 

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Rennverlauf Paris-Roubaix 2013

Das Rennen endet spannend. In einem fast schon klassischen Bahnsprint schlägt der ganz grosse Favorit Fabian Cancellara (Team RadioShack-Leopard) aus der Schweiz den Belgier Sep Vanmarcke (Team Blanco) um eine Radlänge. Beide hatten sich am viertletzten Pave (Carrefour de l’Arbre) endgültig von ihren verbliebenen Begleitern abgesetzt.

 


Rennverlauf Paris-Roubaix 2012

Tom Boonen forciert das Tempo, Niki Terpstra kann ihn noch 3 km unterstützen. Während Tom Boonen sein Rennen im Alleingang beenden will, ist sich die Gruppe hinter ihm nicht einig. Das Team Sky ist darin mit 4 Fahrern vertreten und muss die Verfolgung praktisch alleine bewältigen. Alessando Ballan und andere beteiligen sich nicht an der Führungsarbeit. Filippo Pozzato ist inzwischen gestürzt und verliert den Anschluss. Tom Boonen zieht seinen 52 km langen Soloritt durch, baut seinen Vorsprung stetig aus und gewinnt am Ende mit 1'39'' zum vierten Mal Paris-Roubaix.

 


Rennverlauf Paris-Roubaix 2011:

Rund 15 km vor dem Ziel sind nur noch vier Profis vorne. Dem Antritt des Belgiers Johann van Summeren (Team Garmin-Cervelo) können Maarten Tjallingii (Team Rabobank), Gregory Rast (Team Radioshack) und Lars Ytting Bak (Team HTC-Highroad) nicht folgen. Er kommt alleine im Velodrom von Roubaix an. Johann van Summeren gewinnt mit 19 Sekunden Vorsprung vor Fabian Cancellara, der auf den letzten Kilometern noch einen Angriff gefahren ist.

 

 

Fabian Cancellara

Fabian Cancellara konnte 2010 Paris-Roubaix gewinnen. Er fuhr dabei so überlegen, dass sogar - scherzhaft -Vermutungen über einen Elektroantrieb in seine Rad angestellt wurden.

 

Die Monumente des Radsports

Mailand-San Remo
Flandern-Rundfahrt
Paris-Roubaix
Lüttich-Bastogne-Lüttich
Lombardei-Rundfahrt


Folgende Rennen zählen wir noch zu den Klassikern

Gent-Wevelgem
Amstel Gold Race
Wallonischer Pfeil
Clasica San Sebastian
Paris -Tours