Der Besenwagen

Das Stigma der Niederlage - der Besenwagen

Ob Eintages- oder Etappenrennen, nicht jeder Radrennfahrer kann im Hauptfeld mithalten. Technische Defekte,  verrichtete Helferdienste, Sturzverletzungen oder einfach Erschöpfung können dafür der Grund sein.

Bis Anfang des 20sten Jahrhunderts mag es üblich gewesen sein, die ganz Schwachen einfach zu vergessen. Irgendwie werden sie schon heim kommen. 1910 kam aber die Direktion der Tour de France auf die Idee,  weit hinter dem Feld einen Wagen fahren zu lassen, der Fahrer einsammelt, die das Rennen aufgeben wollen: den Besenwagen.

Der Moment der Aufgabe ist allerdings nach dem Reglement nicht das Einsteigen in den Besenwagen, sondern das Abnehmen der Startnummer. Der Augenblick des Einsteigens ist mehr ein Symbol: die totale Niederlage.

Bei den grossen Profirennen wird der Besenwagen eigentlich nicht mehr oder nur wenig genutzt. Die meisten Teams - z.B. die ProTour Teams fahren mit mehreren eigenen Wagen in der Begleitkarawane hinter dem Feld. Sie ersparen es ihren Stars in den Besenwagen zu steigen. D.h. die aus dem Rennen aussteigenden Fahrer können im Teamwagen mitfahren bzw. werden damit extra ins Hotel kutschiert. Nur bei Etappen mit sehr vielen Ausfällen hilft es oft nichts - rein in den Besenwagen, wenn man nicht gerade Armstrong oder Contador heisst.

Auch dass bei machen Rennen an diesen Schlusswagen noch Besen am Heck befestigt sind, ist nur eine Reminiszenz an die Geschichte des Strassenradsports.

 

 

 

 

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