Einzelzeitfahren (EFZ)
Individual Time Trial (ITT)

Eine wichtige Disziplin im Strassenradsport

Beim Einzelzeitfahren (EZF) bzw. dem Individual Time Trial (ITT) - wie es bei der UCI heisst - starten die Radrennfahrer nicht in einem Feld, sondern jeweils - mit Zeitabständen von 1 bis 3 Minuten - einzeln. Sie kämpfen also zu allererst gegen die Uhr und nur in zweiter Linie gegen die anderen Fahrer.

Das Rennen kann sich über mehrere Stunden hinziehen, so dass es durch unterschiedliche Witterungsbedingen innerhalb dieser Renndauer auch zu Wettbewerbsverzerrungen kommen könnte. Das Gelände ist zumeist flach oder nur leicht wellig (Bergzeitfahren ist eine gesonderte Disziplin), sehr oft wird auch ein Rundkurs gefahren.

Das Einzelzeitfahren wird sowohl als Eintagesrennen, als auch als Bestandteil von Etappenrennen bzw. Rundfahrten durchgeführt. Die wichtigsten Eintagesrennen für Profis finden bei den Olympischen Spielen, der Weltmeisterschaft, der Europameisterschaft (im U23 Bereich) und bei den nationalen Meisterschaften statt. Dabei werden auch die für das anschliessende Jahr bei allen Zeitfahren zu tragenden Trikots (Regenbogentrikot oder nationales Trikot) vergeben.

Bei den Etappenrennen werden oft kurze Einzelzeitfahren als Prolog veranstalten. Diese können zwischen 1 und 8 Kilometern lang sein. Entscheidend für den Ausgang von Rundfahrten sind häufig die langen Zeitfahren (bis zu 70 Kilometer). So waren fast alle Tour de France Sieger der letzten Jahre, wie Miguel Indurain, Lance Armstrong und Alberto Contador hervorragende Zeitfahrer. Der schlechte Zeitfahrer Marco Pantani war hier sicher eine Ausnahme.

Der Start, oft von einer Rampe, erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge der Platzierung im Gesamtklassement. Je länger die zu fahrende Strecke, desto grösser wird der Zeitabstand zwischen den Fahrern beim Start von der Rennleitung gewählt. Teamkameraden lässt man auch nicht gerne hintereinander fahren. Mannschaftshilfe soll auf jeden Fall verhindert werden. Natürlich ist bei allen Einzelzeitfahren Windschattenfahren durch das Reglement streng verboten. Es würde die Ergebnisse stark verzerren. Die Jury kann beim Verstoss erhebliche Strafen, bis hin zum sofortigen Rennausschluss, verhängen. Fahrer die überholt werden, müssen die Strassenseite wechseln und sofort Abstand halten.

Bei den grossen Rennen wird auf jeden Fall mit entsprechenden Zeitfahrmaschinen (meist mit Scheibenrädern hinten), aerodynamischen Helmen und Kleidung gefahren. Die Positionen auf dem Rad wird vorher oft im Windkanal getestet.

Hinter dem Rennfahrer fährt ein Auto seines Teams - mit einem sportlichen Leiter und einem Mechaniker - bestückt mit Ersatzrädern und Ersatzteilen. Auf den neutralen Materialwagen ist man im Falle eines Defekts damit nicht mehr angewiesen.

Für das Rennergebnis ist selbstverständlich die gefahrene Zeit - unter Berücksichtigung möglicher Strafen - ausschlaggebend. Sie wird bei den Etappenrennen dem einzelnen Fahrer zugerechnet. Auch beim Einzelzeitfahren wird eine Karenzzeit festgelegt. "Spazierfahrten" führen damit zum Ausschluss.

 

 

 

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Disziplinen und Begriffe

Das Einzelzeitfahren

Das Mannschaftszeitfahren

Das Grupetto

Der Besenwagen

Die Einschreibkontrolle

 

Koos Morenhout

Koos Morenhout, ein Zeitfahrspezialist.

 

Fabian Cancellara

Fabian Cancellara, der vierfache Zeitfahrweltmeister.