Der Col du Tourmalet

Ein bedeutender Anstieg im Strassenradsport

 

Der Col de Tourmalet wird vielfach als König aller Pässe der Tour de France oder sogar aller grossen Radrundfahrten bezeichnet. Die reinen Daten sind beeindruckend, wenn auch im Vergleich mit anderen Anstiegen im Radrennsport nicht besonders herausragend. So sind es eher die Tour- und Renngeschichten, die ihn zum legendären Ansstieg schlechthin machen. Hinzu kommt ein unglaubliches Zuschauerinteresse, sowohl an der Strecke also auch in den Medien.

Der Col du Tourmalet ist mit einer Höhe von 2214 Metern der höchste Strassenpass im französischen Teil der Pyrenäen. Zwei Anstiege sind möglich:

Die Anfahrt vom Osten (Ausgangspunkt Sainte-Marie-de-Campan) ist 17,1 km lang, mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,3 % und einer maximalen Steigung von 11,0 Prozent. Das Profil ist recht gleichmässig, die Strassen sind (heute) relativ breit und haben einen guten Belag. Es sind insgesamt 1275 Höhenmeter zu bewältigen.
Die Anfahrt vom Westen (Ausgangspunkt Luz-Saint-Sauveur) gilt als etwas schwieriger. Sie ist 18,6 km lang, mit einer durchschnittlichen Steigung von 7,6 % und einer maximalen Steigung von 11,1 Prozent. Auch hier ist das Profil recht gleichmässig und die Strassen sind gut. Es sind 1380 Höhenmeter zu bewältigen.

Seit 1910 wird der Col du Tourmalet regelmässig im Streckenplan der Tour de France aufgenommen. Zu Ehren des 100 jährigen Befahrens wird er 2010 sogar bei zwei Etappen zu bewältigen sein. Bei der 16. Etappe (Ostanstieg) handelt es sich um eine Überfahrt und bei der 17. Etappe - der Königsetappe der Tour 2010 - (Westanstieg) um eine Bergankunft. In der Geschichte der Tour de France wird er damit zum 75. und 76. Mal befahren.

Zum Mythos wird dieser Berg durch die vielen Geschichten, die sie sich um ihn ranken. 1909 wollte der Direktor  der Tour de France, Henri Desgrange, das im Wachsen befindliche Radsportereignis Tour de France (1903 erstmals ausgetragen) noch spektakulärer gestalten und schickte seinen Mitarbeiter Alphonse Steines zur Erkundung in die Pyrenäen. Obwohl dieser dabei beinahe ums Leben gekommen ist (u.a. durch Kälte und Bären) und die Strassenverhältnisse katastrophal waren, gab er das o.k. zur Befahrung des Col du Tourmalet (der legendäre Telegrammtext: "Bin gut über den Tourmalet gekommen. Stop. Straße in gutem Zustand. Stop. Keine Schwierigkeiten für die Fahrer")

Bei der ersten Überfahrt 1910 war es dann auch allein Gustave Garrigou, der ohne sein Rad zu schieben über den Pass kam. Alle anderen mussten aus dem Sattel. Und die Rennleitung sah sich wüsten Beschimpfungen ausgesetzt.

Bei der Jubiläumsfahrt 2010 wird zum Gedenken das Souvenir Henri Desgrange ausgefahren. Auch für den späteren Tourdirektor Jacques Goddet (ein Gedenkstein befindet sich in der Nähe der Passhöhe) wird - wie seit 2001 regelmässig - ebenfalls eine Sonderwertung gefahren. Beide Male ist ein Preis von 5.000 Euro zu gewinnen.

Die Siegerliste auf dem Col du Tourmalet wird angeführt von Federico Bahamontes, der viermal gewinnen konnte. Weitere namhafte Gewinner sind Gino Bartali, Fausto Coppi, Lucien Van Impe, Richard Virenque, Lance Armstrong und Ivan Basso.

 

 

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Die 97. Tour de France 2010:

Rennverlauf

Platz 1 bis 3 und Trikotinhaber:
Prolog - Etappe 10
Etappe 11-20

Rennbericht

Endergebnis


 

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