Vuelta a Espana -- Spanien-Rundfahrt

Rennbericht der 65. Vuelta a Espana - 2010

 

Das Rote Trikot

Der Italiener Vincenzo Nibali (Team Liquigas-Doimo) gewinnt die 65. Vuelta a Espana mit einem Vorsprung von 41 Sekunden vor dem Spanier Ezequil Mosquera (Team Xacobeo Galicia) und einem
Vorsprung von 3 Minuten 2 Sekunden vor dem Slovaken Peter Velits (Team HTC Columbia). Nach seinem dritten Platz beim Giro de Italia steht er damit zu zweiten Mal in einem Jahr auf dem Siegerpodest.

Vincenzo Nibali gehörte schon beim Start der Spanienrundfahrt 2010 zu den Favoriten. Im Gegensatz zu einigen anderen kann er die Erwartungen erfüllen. Der Dritte der Tour de France, der Russe Denis Menchov (Team RaboBank), kam von Anfang an nicht richtig in Tritt. Er wurde dann noch durch einen Sturz zurück geworfen und konnte somit in den Kampf um den Gesamtsieg nicht eingreifen. Der Luxemburger Andy Schleck, immerhin Zweiter der Tour de France, schien unmotiviert vielleicht auch ausgebrannt. Nach 39 Minuten Rückstand im Gesamtklassement und dem Überschreiten interner Teamregeln wurde er von Bjarne Riis, dem SaxoBank Teammanager, aus dem Rennen genommen. Sein Bruder Frank Schleck (Team SaxoBank) zeigt während der Rundfahrt eine ansprechende, aber keine überragende Leistung. Er belegt letztendlich mit einem Rückstand von 4 Minuten 43 Sekunde auf Vincenzo Nibali den 5. Platz in der Gesamtwertung. Der Spanier Carlos Sastre (Team Cervelo Test) scheint seinen Leistungszenit überschritten zu haben und kommt deshalb über einen 8. Platz nicht hinaus.

An den ersten hügeligen Etappen zeigt der Belgier Philipp Gilbert (Team Omega Pharma-Lotto) sein Können als Klassikerspezialist und übernimmt nach der 3.Teilstrecke das Leader-Trikot. Nach der Bergankunft auf der 8.Etappe kann der Spanier Igor Anton (Team Euskaltel-Euskadi) die Führung übernehmen. Er liefert sich einen harten Kampf mit seinem Landsmann Joaquin Rodriguez (Team Katusha). 6 Kilometer vor dem Ziel der 14. Etappe stürzt Igor Anton - auf einem flachen Streckenabschnitt - schwer und muss das Rennen aufgeben. Vincenzo Nibali wird an diesem Tag Zweiter und kann erstmals das Rote Trikot übernehmen. Joaquin Rodriguez hatte während der 11. Etappe einen kleinen Einbruch erlitten, zeigt aber bei der schweren 16. Etappe seine Bergfahrerqualitäten. Er übernimmt die Gesamtführung und hofft auf den Vuelta a Espana Gesamtsieg.

Eine Vorentscheidung für diese Rundfahrt fällt beim langen flachen Zeitfahren (Etappe 17). Joaquin Rodriguez, im Roten Trikot als Letzter gestartet, kann seine Zeitfahrschwäche nicht überwinden und verliert über 4 Minuten auf Vincenzo Nibali. Dieser hat zwar einen technischen Defekt, der ihm rund 30 Sekunden kostet, liefert aber insgesamt ein recht gutes Zeitfahren ab. Eine überragende Zeit fährt Peter Velits, der nicht nur das Zeitfahren gewinnt, sondern sich dadurch auch auf den 3. Platz der Gesamtwertung vorschiebt. Überraschend gut schlägt sich an diesem Tag der Bergspezialist Ezequil Mosquera. Er wird damit zum stärksten Gegner von Vincenzo Nibali.

Auf der vorletzten Etappe, hinauf zum Bola del Mundo (über 20 km Anstieg mit Steigungen von bis zu 20 Prozent im letzten Teil) greift Ezequil Mosquera noch einmal an. Er kann sich rund 20 Sekunden absetzten, bricht aber dann - genau wie bei 2 anderen Bergankünften auch - etwas ein und muss froh sein, zumindest den Etappensieg mit einigen Metern Vorsprung vor Vincenzo Nibali gerettet zu haben.

Es gewinnt am Ende der Fahrer, dessen Leistung am konstantesten war. Vicenzo Nibali hatte keinen Einbruch, lässt sich am Berg nie wirklich abhängen und zeigte ein gutes Zeitfahren. Ein weiterer Vorteil war seine hervorragende Mannschaft mit Roman Kreuziger als überragendem Helfer.

Das Blau Gepunktete Trikot - Die Bergwertung

Die Bergwertung gewinnt erwartungsgemäss - zum dritten Mal hintereinander - der Franzose David Moncoutie (Team Cofidis). Bei den ersten Bergwertungen der Rundfahrt kann der Spanier Serafin Martinez (Team Xacobeo Galicia) einige Bergpunkte gewinnen und sich das Blau Gepunktete Trikot überziehen. David Moncoutie gewinnt die 8. Etappe und holt dabei viele Bergpunkte, auf späteren Etappen kommen immer wieder einige Punkte hinzu. Sein Sieg in dieser Sonderwertung gerät eigentlich nie in Gefahr, dass es Serafin Martinez an Kletterfähigkeiten mangelt und andere Fahrer keinen wirklichen Angriff auf diese Trikot starten. Ezequil Mosquera wird in dieser Wertung eher nebenbei Dritter.

Das Grüne Trikot - Die Punktewertung

Die Sprintwertung ist zumindest am Anfang der Rundfahrt sehr umkämpft. Der Norweger Thor Hushovd (Team Cervelo Test) steigt während der Rundfahrt aus. Der Sieger der Tour-de France Punktwertung, Alessandro Petacchi, muss nach einem Sturz aufgeben. Der Schnellste Mann im Rennen, der Brite Mark Cavendish (Team HTC Columbia) übernimmt ab der 7. Etappe die Führung in dieser Wertung und gewinnt am Ende vor dem Amerikaner Tyler Farrar (Team Garmin Transitions) und Vincenzo Nibali.

Die Mannschaftswertung

Eigentlich will das spanische Team Caisse D'Epargne unbedingt diese Sonderwertung gewinnen. 14 Etappen sieht es auch nach einem Erfolg aus, dann erleidet das Team nach einem Sturz im Feld eine kleinen Einbuch am Berg. Das russische Team Katusha geht in Führung und gibt diese bis zum Ziel in Madrid nicht mehr ab. Den 3. Platz in dieser Wertung belegt Xacobeo Galicia.

Das Weisses Trikot - Die Kombinationswertung

Diese Wertung gewinnt - gewissermassen nebenbei - Vincenzio Nibali vor Ezequil Mosquera und Joaquin Rodriguez.

 

 

Anzeige

 

Der 65. Vuelta a Espana 2010:

Rennverlauf

Platz 1 bis 3 und Trikotinhaber:
Etappe 1 - 7
Etappe 8 - 14
Etappe 15 -21

Rennbericht

Endergebnis

 

Mark Cavendish

Mark Cavendish gewinnt das Grüne Trikot des Punktbesten.

 

Anzeige